Tomáš Pospíšek's Notizblock

5G Strahlung, schlampige Quellenangaben

Jetzt wird grad wieder um das 5G Netz polemisiert. Wie so oft besteht der Diskurs aus viel Wischi-Waschi aus dem hohlen Bauch heraus [1].

Im Echo der Zeit vom 28.11.2019 kam Edith Steiner von der Organisation Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz zu Wort. Sie ist eine der Autorinen der Studie des Bundes zu 5G. Sie sagte im Radio wörtlich: "... dass, Mobilfunkstrahlung gesundheitsschädlich ist".

In dieser kategorischen und abschliessenden Art ist diese Aussage Bullshit, denn sie entspricht nicht den Forschungskenntnissen. Letztere sind weder klar noch eindeutig.

Unsere klassischen Medien verhalten sich immer noch wie vorgestern, als es noch nicht einfach war Zugang auf Quellen zu bekommen. Aber heute ist der Zugriff auf Quellen in der Regel trivial und kostenlos. Ein Link genügt, und jeder kann sich eine eigene kritische Meinung basierend auf Primärquellen machen.

Eigentlich scheinen mir Quellenangaben im Journalismus eine komplette Selbstverständlichkeit, welche gar nicht erst diskutiert werden müsste. Aber nach wie vor lassen auch Qualitätsmedien, wie z.B. die NZZ, diese routinemässig aus.

Im Falle, dass Journalismus was mit Demokratie, Meinungsbildung, Wahrheit, kritischem Denken, Respekt für unsere Gesellschaft und die Menschen, "das beste geben" - im Gegensatz zu "Meinungen äussern" - zu tun hat, dann sind fehlende Quellenangaben unakzeptierbar.

Dass Referenzmedien wie SRF/Echo der Zeit nicht kritisch hinterfragten Bullshit versenden ist jenseits.

[1] Danke an schwäble für die Übersetzung von hand-waving

Tomáš Pospíšek, 2019-11-29

Unlucky Young Men Comic

Eine weitere Erwerbung unseres phänomenalen Comix Bibliothekars der Bibliothek Agnesenschütte:

Sehr empfohlener Manga von Eiji Ōtsuka (Story) und Kamui Fujiwara (Zeichnung). Unglaublich genau gezeichnet:

Stellenweise ziemlich brutal, dies aber, da frei auf diversen historischen, mindestens ebenso brutalen Gegebenheiten basierend.

Das Comix bietet einen Einblick in einen Abschnitt japanischer Gesellschaftgeschichte, der mir zumindest bisher komplet unbekannt war.

Die Präzision der Bilder kommt nicht von ungefähr - ich staune, wieviel Aufwand Comic Autoren in ihre Werke zu stecken bereit sind: gemäss dem Nachwort des Mangas wurde zuerst das Storyboard erstellt, die Szenen dann mit realen Personen nachgestellt, fotografiert und schliesslich gezeichnet!

Tomáš Pospíšek, 2019-11-22

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