Off On

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Da waren wir also 14 Tage in der Ardèche in den Ferien. 14 Tage in einem Tal, welches neben unserem Häuschen nur noch drei weitere enthielt. 14 Tage ohne Zeitung und Radio, Internet und Handyempfang.

Und doch kommt man zurück und es scheint eine Ewigkeit vergangen. Man war eingeschlafen, die Wolken zogen über den Himmel, die Jahreszeiten kamen und gingen, ein Jahrhundert später kam man zurück und nichts war wie es gerade erst gewesen war.

Neugierig, komme ich zurück und will unbedingt wissen, was inzwischen geschehen ist. Ist Syrien dem Bürgerkrieg gefallen? Ist Gadaffi in der Geschichte veschwunden und Libien schreitet in eine Ära der pluralistischen Gesellschaft?

Doch nichts dergleichen. Es scheint, als sei in der Ewigkeit in der man Geschichten erlebt, neue Welten endeckt, mit fremden Seinsformen Kontakt aufgenommen hat, gar nichts geschehen - man kommt in die gleiche Sekunde zurück, in der man das Heute verlassen hat.

Und doch. Unversehens wüten in England Unruhen. Die Jugend ist brand- schatzend in den Strassen und der Staat stellt Polizei über Polizei auf.

Und das Godwana der Geldwelt ist gerissen und die langwelligen seismischen Wellen brechen im Zeitlupentempo und gewaltig über die feinen und komplexen Mechanismen der Finanz, der wirtschaftlichen Kommunikation der Menschen ein.

A day in the life of. Sehr unglaublich.

Tomáš Pospíšek, 2011-08-09

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